| 800 Jahre Nibelungenlied
Das Jubiläum nahmen sich 20 Städte und Gemeinden, die an der Nibelungen-Siegfried-Straße liegen, zum Anlaß, um auf die genannte Straße und die Region Odenwald-Bergstraße aufmerksam zu machen.Nicht allein die wunderschöne Landschaft ist für den Odenwald typisch, sondern auch seine "sagenhafte" Vielfalt. Jeder, der die Sage und das Nibelungenlied kennt weiß, daß Siegfried an einer geheimen Stelle im Odenwald getötet wurde. Er war von Worms, der Heimat seiner Frau Kriemhild, zu einer Jagd ausgezogen und wurde unterwegs, während er sich an einer der Quellen des Odenwaldes labte, meuchlings von Hagen, dem treuen Recken der Burgunder-Könige, ermordet.
Der von den 20 Gemeinden entlang der Nibelungen-Siegfried-Straße ins Leben gerufene Nibelungenzug verlief auf vier Etappen, jeweils am Wochenende, von Freudenberg am Main bis Worms am Rhein. Die Eröffnung erfolgte am Freitag, den 14. April 2000 in Freudenberg mit einem großen Spektakel auf dem Main und einer modernen Inszenierung des Nibelungenliedes. Schon bei der Eröffnung des Zuges haben sich ca. 6.000 Zuschauer eingefunden und die Zahl hat sich bis zum Einzug in Worms am Sonntag, dem 07. Mai 2000 etwa um das 10-fache erhöht.
Der Zug selbst setzte sich aus den jeweils ortsansässigen Vereinen, Kindergärten, Schulen und Einzelpersonen zusammen, die vom "Nibelungen-Fieber" befallen mit viel Engagement dafür sorgten, daß der Zug mit Reitern, Wagen und Fußvolk im Stile der damaligen Zeit von Ort zu Ort ziehen und somit auf das Nibelungenlied aufmerksam machen konnte. Mit viel Elan wurden unzählige Kostüme geschneidert, Schmuckstücke aus Ton gebrannt, Motiv-Wagen bestückt und bemalt und somit der Nibelungenzug für alle Beteiligte und Zuschauer zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.
Die erste Etappe lief von Freudenberg über Miltenberg, Amorbach und Walldürn nach Buchen. Mit dabei waren jeweils die Hauptfiguren des Nibelungenliedes Siegfried, Kriemhild, König Gunther, Brunhild und Hagen von Tronje, die bei jeder Etappe von anderen Personen dargestellt wurden und bei der Ankunft des Zuges in den jeweiligen Städten und Gemeinden in kurzen Sätzen den Inhalt des Nibelungenliedes wiedergaben. Seinen weiteren Verlauf nahm der Nibelungenzug dann am Sonntag, dem 23. April 2000 als er in Hesseneck-Schöllenbach wieder einsetzte und an diesem Wochenende über Beerfelden, Hüttenthal und Hiltersklingen (Mossautal) bis nach Grasellenbach marschierte. An dem darauffolgenden Wochenende, der dritten Etappe des Zuges, passierte er Reichelsheim, Lindenfels, Fürth und Lautertal und zog dann zur vierten und letzten Etappe über Bensheim, Heppenheim, Lorsch und Bürstadt nach Worms. Dort fanden sich zahlreiche Zugteilnehmer der vorherigen Strecken ein, um den Einzug zum krönenden Abschluß zu bringen und die Nibelungen endgültig zu neuem Leben zu erwecken.
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